Ellen Grünberg, Hebamme vom Bund Deutscher
Hebammen, beantwortet Fragen zum Thema Nährstoffe
während der Schwangerschaft.
Frage: Auch Hebammen führen Schwangeren-Vorsorgeuntersuchungen durch. Wie stellen Sie Vitamin- oder Mineralstoffmangel fest?
Ellen Grünberg: Die Schwangeren-Vorsorgeuntersuchungen erfolgen nach den Mutterschafts-Richtlinien. Dazu gehören unter anderem auch Ernährungsberatung, Blutuntersuchungen und Beobachtungen des Allgemeinbefindens. Zu den Blutuntersuchungen gehört z.B. die Bestimmung des Hämoglobinwertes im Blut.
Frage: Was können werdende Mütter tun, um Mangelerscheinungen gar nicht erst aufkommen zu lassen?
Ellen Grünberg: Vitamine und Mineralstoffe sollten weitgehend über die Nahrung aufgenommen werden. Bei Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist sicher eine bewusste, ausgewogene Ernährung die beste Vorbeugung gegen Mangelerscheinungen.
Frage: Kann man sich schon vor der Schwangerschaft auf diesen zusätzlichen Nährstoffbedarf vorbereiten?
Ellen Grünberg: Eine ausgewogene Ernährungsweise ist die beste Vorbereitung. Vor allem auf eine ausreichende Zufuhr an Folsäure und Jod sollten Schwangere achten. Um den Bedarf an Jod zu decken, empfiehlt sich z.B. die Verwendung von jodiertem Speisesalz. Folsäure ist für die Zellteilung sehr wichtig und sollte vor allem während der ersten Schwangerschaftswochen ausreichend vorhanden sein, wenn möglich schon vor Beginn der Schwangerschaft.
Frage: Bei so viel zusätzlichem Bedarf - besteht da nicht die Gefahr, viel zu viel an Gewicht zuzunehmen?
Ellen Grünberg: Nein, wie viel zugenommen wird, hängt vom Ausgangsgewicht ab. Sehr schlanke Frauen nehmen meist mehr zu als kräftigere Frauen. Eine Gewichtszunahme zwischen ca. 8 und 18 Kilogramm ist bei gesunden Frauen durchaus normal. Erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat steigert sich der Bedarf um ca. 300 kcal Stillende brauchen aber schon 650 kcal mehr.
Frage: Falls nun doch einmal Mangelerscheinungen auftreten: Worauf sollten Schwangere achten, wenn Sie Zusatzpräparate einnehmen?
Ellen Grünberg: Zusatzpräparate sollten grundsätzlich nur in Absprache mit Hebamme oder Arzt eingenommen werden. Eine Überdosierung von Vitamin A beispielsweise sollte unbedingt vermieden werden. Schwangere sollten keine Leber essen und auch keine Nahrungsergänzungspräparate einnehmen, in denen viel Vitamin A enthalten ist. Zwischen der Einnahme von Magnesium und Eisen sollten mindestens 2 Stunden liegen. Sonst behindern sich die beiden gegenseitig und die Aufnahme in den Körper ist
nicht gewährleistet.